Tränenwegerkrankungen

Der Tränenfilm ist eine der wichtigsten Schutzbarrieren des Auges. Als Hauptkomponente produziert die Tränendrüse stetig ein wässriges Sekret, welches notwendig ist, um die Augenoberfläche zu befeuchten und Fremdkörper aus dem Auge spülen zu können. Neben der richtigen Zusammensetzung aus wässrigen und fettigen Anteilen ist auch das Gleichgewicht zwischen Produktion und Abfluss für die Qualität und optimale Menge des Tränenfilms bedeutsam. Überwiegt der Tränenabfluss gegenüber der Produktion, werden die Augen trocken. Im umgekehrten Fall – zum Beispiel bei einem Abflusshindernis – staut sich das Sekret auf der Augenoberfläche und es kommt zu einem krankhaften Überlaufen und Abfließen der Tränen. Sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig an Tränenflüssigkeit stört die Betroffenen im Alltag stark und vermindert die Sehschärfe.

Univ.-Prof. Dr. Ludwig Heindl

Univ.-Prof. Dr. Ludwig Heindl, M. Sc.

Leitung des Schwerpunkts für Ophthalmoonkologie und Ophthalmoplastik
Ärztliche Leitung der Poliklinik und des Augendiagnostischen Funktionslabors

Zur Person

Klinische Schwerpunkte

  • Erkrankungen der Augenlider, Tränenwege, Orbita und Augenoberfläche
  • Tumoren am und im Auge
  • Augenprothetik

Operative Schwerpunkte

  • Komplette Lid-Chirurgie
  • Minimal-invasive wie offene Tränenweg-Chirurgie
  • Orbita-Chirurgie
  • Tumorchirurgie am und im Auge
  • Pterygium-Chirurgie

Wissenschaftliche Schwerpunkte

Wichtige Publikationen im Bereich Ophthalmoonkologie

  1. Rokohl AC, Koch KR, Mor JM, Loreck N, Schlaak M, Mauch C, Bechrakis NE, Mohi A, Kakkassery V, Heindl LM. Personalisierte Medizin in der Behandlung von periokulären Tumoren: Zielgerichtete Therapien und der Einsatz von Immun-Checkpoint-Inhibitoren [Personalized medicine in the treatment of periocular tumors: Targeted treatment and use of immune checkpoint inhibitors]. Ophthalmologe. 2020 Jun;117(6):521-527. German. doi: 10.1007/s00347-019-01034-z. PMID: 31938823.
  2. Heindl LM. Periokuläres Basalzellkarzinom [Periocular basal cell carcinoma]. Ophthalmologe. 2020 Feb;117(2):93-94. German. doi: 10.1007/s00347-019-01026-z. PMID: 32034522.
  3. Schlereth SL, Iden S, Mescher M, Ksander BR, Bosch JJ, Cursiefen C, Heindl LM. A Novel Model of Metastatic Conjunctival Melanoma in Immune-Competent Mice. Invest Ophthalmol Vis Sci. 2015 Sep;56(10):5965-73. doi: 10.1167/iovs.15-17290. PMID: 26377082.
  4. Refaian N, Schlereth SL, Koch KR, Notara M, Hos D, Mescher M, Iden S, Bosch JJ, Jager MJ, Cursiefen C, Heindl LM. Comparing the Hem- and Lymphangiogenic Profile of Conjunctival and Uveal Melanoma Cell Lines. Invest Ophthalmol Vis Sci. 2015 Aug;56(9):5691-7. doi: 10.1167/iovs.15-16829. PMID: 26313304.
  5. Schlereth SL, Refaian N, Iden S, Cursiefen C, Heindl LM. Impact of the prolymphangiogenic crosstalk in the tumor microenvironment on lymphatic cancer metastasis. Biomed Res Int. 2014;2014:639058. doi: 10.1155/2014/639058. Epub 2014 Sep 1. PMID: 25254213; PMCID: PMC4165560.

Wichtige Publikationen im Bereich Ophthalmoplastische & rekonstruktive Chirurgie

  1. Guo Y, Schaub F, Mor JM, Jia R, Koch KR, Heindl LM (2020) A Simple Standardized Three-Dimensional Anthropometry for the Periocular Region in a European Population. Plast Reconstr Surg 145 (3):514e-523e. doi:10.1097/PRS.0000000000006555
  2. Guo Y, Rokohl AC, Kroth K, Li S, Lin M, Jia R, Heindl LM (2020) Endoscopy-guided diode laser-assisted transcaruncular StopLoss Jones tube implantation for canalicular obstructions in primary surgery. Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. doi:10.1007/s00417-020-04942-y
  3. Guo Y, Hou X, Rokohl AC, Jia R, Heindl LM (2020) Reliability of Periocular Anthropometry: A Comparison of Direct, 2-Dimensional, and 3-Dimensional Techniques. Dermatol Surg 46 (9):e23-e31. doi:10.1097/DSS.0000000000002243
  4. Kopecky A, Koch KR, Schroedl F, Rokohl AC, Nemcansky J, Heindl LM (2019) [Cheek-midface lift for revision following failed excessive lower eyelid blepharoplasty]. Ophthalmologe 116 (5):472-476. doi:10.1007/s00347-018-0831-9
  5. Mor JM, Guo Y, Koch KR, Heindl LM (2017) Transcanalicular Diode Laser-assisted Dacryocystorhinostomy for the Treatment of Primary Acquired Nasolacrimal Duct Obstruction. J Vis Exp (128). doi:10.3791/55981

Wichtige Publikationen im Bereich Augenprothetik

  1. Rokohl AC, Trester M, Guo Y, Adler W, Jaeger VK, Loreck N, Mor JM, Pine KR, Heindl LM (2020) Dry anophthalmic socket syndrome - Standardized clinical evaluation of symptoms and signs. Ocul Surf 18: 453-459 DOI 10.1016/j.jtos.2020.05.001
  2. Heindl LM, Trester M, Guo Y, Zwiener F, Sadat N, Pine NS, Pine KR, Traweger A, Rokohl AC (2020) Anxiety and depression in patients wearing prosthetic eyes. Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol DOI 10.1007/s00417-020-04908-0
  3. Rokohl AC, Trester M, Pine KR, Heindl LM (2019) Risk of breakage of cryolite glass prosthetic eyes. Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 257: 437-438 DOI 10.1007/s00417-018-4155-x
  4. Rokohl AC, Adler W, Koch KR, Mor JM, Jia R, Trester M, Pine NS, Pine KR, Heindl LM (2019) Cryolite glass prosthetic eyes - the response of the anophthalmic socket. Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 257: 2015-2023 DOI 10.1007/s00417-019-04395-y
  5. Rokohl AC, Koch KR, Adler W, Trester M, Trester W, Pine NS, Pine KR, Heindl LM (2018) Concerns of anophthalmic patients - a comparison between cryolite glass and polymethyl methacrylate prosthetic eye wearers. Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 256: 1203-1208 DOI 10.1007/s00417-018-3942-8
Erworbene Erkrankungen der Tränenwege

Abflusshindernisse, sogenannte Tränenwegstenosen, können durch Verengungen und vollständige Verschlüsse an jeder Stelle der ableitenden Tränenwege entstehen. Es gibt unterschiedlichste Ursachen – vor allem Entzündungen und Infektionen, die typischerweise wiederholt auftreten und einen chronischen Verlauf nehmen können. Hierbei fördern und verstärken sich Stenose, Entzündung und Infektion gegenseitig, weil das verzögert abfließende Tränensekret ein idealer Nährboden für Bakterien ist. Auch akute Traumata, also Verletzungen der Tränenwege kommen vor, bei denen der Abtransport der Tränen durch eine Riss- oder Schnittwunde, oder auch einen eingesprengten Fremdkörper (Glasplitter o.ä.) unterbrochen wird. Seltener sind Neubildungen in Form gutartiger oder bösartiger Tumoren, die Tränenwege mechanisch verlegen und so den Tränenfluss unterbrechen.

Behandlung

Je nach Ort und Ausmaß der Verengung stehen unterschiedliche therapeutische und chirurgische Optionen zur Verfügung. Im Falle von relativen Stenosen sollten zunächst abschwellende, antibiotische und antientzündliche Augen- und Nasentropfen verwendet werden. Bei ausbleibendem Erfolg können die Tränenwege im Bereich der Engstellen mit einem Ballonkatheter aufgedehnt und anschließend mit Silikonimplantaten vorübergehend geschient werden. 

Bei absoluten Stenosen über kurze Strecken können die Tränenwege chirurgisch mit Hilfe eines Mikrobohrers (Mikrodrill-Dakryoplastik) oder Lasers (Laser-Dakryoplastik) an der Engstelle wieder geöffnet werden. Komplexere Verschlüsse über längere Strecken, bei denen das Abflusssystem nicht geöffnet werden kann, erfordern Bypass-Operationen. 
Dabei schaffen die Chirurgen gering invasiv ohne Hautschnitt mit einer Laserfaser (Laser-Dakryozystorhinostomie) oder offen mit Hautschnitt unter Zuhilfenahme eines Bohrers (klassische externe Dakryozystorhinostomie nach Toti) einen neuen Abfluss in Form einer direkten Verbindung zwischen dem Tränensack und der Nasenhöhle. 

Im Fall von Traumata der Tränenwege erfolgt die chirurgische, funktionelle anatomische Rekontruktion. Auch hierbei erfolgt in aller Regel eine Schienung der Tränenwege mit bewährten Silikonimplantaten, die für mindestens drei Monate belassen werden sollten.

Angeborene Verengung der Tränenwege

Während der Entwicklung des Kindes im Mutterleib sind die ableitenden Tränenwege mit Gewebe ausgefüllt und werden erst vor der Geburt allmählich kanalisiert. Besonders das untere Ende des Tränennasenkanals ist bei Geburt noch nicht vollständig durchgängig, sondern von einer Art Häutchen verschlossen. Viele Säuglinge haben deshalb Wochen oder Monate nach der Geburt ein kontinuierlich tränendes, bisweilen eitrig entzündetes Auges. In aller Regel öffnet sich der Tränennasenkanal während der ersten Lebenswochen spontan. Manchmal bildet sich das Häutchen-artige Restgewebe jedoch nicht zurück, sodass der Kanal verschlossen oder stark verengt bleibt. In diesem Fall wird therapeutisch nach dem folgenden standardisierten Stufenschema vorgegangen.

Stufenschema bei angeborenen Tränenwegstenosen

  1. Zunächst konservativer Therapieversuch mit abschwellenden Augen - und Nasentropfen, antibiotischen Augentropfen und regelmäßigen Tränensackmassagen. (Erfolgsrate 40-50 Prozent)
  2. Bei ausbleibender Besserung sollte – meist in den ersten 6 bis 9 Monaten – eine Tränenwegspülung/ -sondierung erfolgen. (Erfolgsrate der gering invasiven Technik 80–90 Prozent).
  3. Lässt sich der Tränenkanal nicht dauerhaft öffnen oder kehren die Symptome zurück, empfiehlt sich eine erneute Tränenwegspülung/ -sondierung in Kombination mit einem für 3 bis 4 Monate verbleibenden Silikonschlauch.
  4. In den seltensten Fällen ist eine chirurgische Öffnung (externe Dakryozystorhinostomie nach Toti) erforderlich.

Anmeldung gesetzlich Versicherte


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Augenklinik, Gebäude 34, Uniklinik Köln
, Zufahrt über Gleueler Straße (Anfahrt)

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Sprechstunde: Donnerstag und Freitag 08:00 - 14:00 Uhr

Praxis am Stadtwaldgürtel 32, 50931 Köln

Behandlungsspektrum

  • Erworbene prä-, intra- und postsakkale Tränenwegstenosen bei Erwachsenen
  • Periokuläre Traumata mit Beteiligung der Tränenwege
  • Kindliche Tränenwegstenosen
  • Dakryozystitis
  • Kanalikulitis
  • Tränenwegstumoren und -steine
  • Tränenwegsmissbildungen
Diagnostische Verfahren zur präoperativen Tränenwegdarstellung

  • Echografie (Ultraschallbiomikroskopie)
  • Radiologische Verfahren

    • Konventionelle Computertomografie
    • Magnetresonanztomografie
    • Röntgendarstellung mit Kontrastmittel
    • Digitale Subtraktionsdakryozystografie

Therapeutische Verfahren

1. Stufentherapie bei kindlicher Tränenwegstenose mittels minimal-invasiven Verfahren

  • Tropftherapie
  • Tränenwegspülung/-sondierung

2. Rekanalisierende chirurgische Eingriffe

  • Tränenwegendoskopie mit Mikrodrill – oder Laser-Dakryoplastik (minmal-invasiv)
  • Ballondilatation mit Tränenwegsintubation (minimal-invasiv)

3. Bypass-chirurgische Eingriffe

  • Laser- Dakryozystorhinostomie (minimal-invasiv)
  • Externe Dakryozystorhinostomie nach Toti
  • Konjunktivorhinostomie nach Lester-Jones


Vorteile der minimalinvasiven Techniken

  • Kurze Eingriffsdauer
  • Geringere kosmetische Beeinträchtigung durch fehlenden Hautschnitt
  • Erhalt der physiologischen Tränenpumpe
  • Hohe Patientenzufriedenheit
  • Kurze Rekonvaleszenzzeit
  • Möglichkeit der externen Dakryozystorhinostomie im weiteren Verlauf bei fehlendem Erfolg

Weiterer Spezialist

Alexandros Doulis, E-Mail alexandros.doulis@uk-koeln.de

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