02.06.2017
Hornhauttransplantation

Augenklinik unterstützt Kollegen in der Ukraine

Hilfe bei Hornhauttransplantation gegen Blindheit

Prof. Dr. Claus Cursiefen, Foto: Uniklinik Köln
Prof. Dr. Claus Cursiefen, Foto: Uniklinik Köln

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) und die Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördern mit der Initiative "Klinikpartnerschaften – Partner stärken Gesundheit" Partnerschaften auf Augenhöhe zwischen Kliniken und Gesundheitseinrichtungen in Deutschland und in Entwicklungs- und Schwellenländern. In dem Partnerschaftsprojekt "Optimierte Hornhauttransplantation gegen Blindheit in der Ukraine" kooperiert das Zentrum für Augenheilkunde der Uniklinik Köln mit der größten Augenklinik der Ukraine mit über 400 Betten, dem Filatov Eye Institute der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Odessa. Das Projekt startet heute am 01.06.2017 als eines der ersten Projekte im Rahmen der Klinikpartnerschaften.

Die Hornhaut wird auch als „Windschutzscheibe“ des Auges bezeichnet. Für das Sehen ist sie unerlässlich. Eine Schädigung oder eine Trübung der Hornhaut kann zu einer Verschlechterung der Sehfähigkeit führen, im schlimmsten Fall sogar bis zur Erblindung. „Hornhautschäden sind die zweithäufigste Erblindungsursache weltweit. Menschen, die an einer Erkrankung ihrer Hornhaut leiden, können im Regelfall nur durch eine Transplantation geheilt werden“, so Prof. Dr. Claus Cursiefen, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Augenheilkunde der Uniklinik Köln.

Um erkrankte Bereiche der Hornhaut selektiver und schonender durch Spendermaterial zu ersetzen, gibt es neuere, schonende Operationstechniken. „Es ist unser Ziel, die Zahl der Erblindungen in der Ukraine zu verringern - durch Vermittlung moderner Transplantationstechniken, die wir an der Uniklinik Köln teils mitentwickelt haben und seit Jahren praktizieren. Durch die Anwendung einer schichtweisen - lamellären - Eingriffstechnik wird, im Gegensatz zu anderen Verfahren, nur die vordere oder die hintere Zellschicht der erkrankten Hornhaut entfernt. Dann wird das gesunde Spendergewebe gezielt nur an die Stelle gesetzt, wo es benötigt wird. Durch dieses Vorgehen können wir nun mit dem Gewebe eines Spenders zwei Patienten helfen. Das ist angesichts des erheblichen Spendergewebemangels in der Ukraine ein wichtiger Punkt“, so Prof. Cursiefen.

Im Rahmen der Kooperation werden in den kommenden zwei Jahren Augenärzte und OP-Personal aus der Ukraine durch Ärzte der Uniklinik Köln geschult, um so die modernen minimalinvasiven Transplantationstechniken, in denen die Augenklinik der Uniklinik Köln führend ist, auch in der Ukraine zu etablieren. Das Training wird teils an der Uniklinik Köln stattfinden - teils auch an der Partnerklinik in Odessa.

„Daneben möchten wir gerade jüngeren Augenärzten die Möglichkeit geben, in einen wissenschaftlichen und klinischen Austausch zu treten. Außerdem werden wir in gemeinsamen Studien nach neuen Möglichkeiten suchen, den Spendergewebemangel in der Ukraine durch Bio-Hornhäute zu minimieren“, so Prof. Cursiefen abschließend.

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