16.01.2019
Förderung

Karriere (auch) dank Gusyk-Stelle

Familienförderstelle unterstützt Augenarzt bei Forschungsprojekten

Dr. Dr. Deniz Hos, Foto: Uniklinik Köln
Dr. Dr. Deniz Hos, Foto: Uniklinik Köln

Der sympathische Mann Mitte 30 im Café am CECAD lächelt. Dr. med. Dr. nat. med. Deniz Hos ist Facharzt für Augenheilkunde an der Uniklinik Köln und erforscht als Nachwuchswissenschaftler Pathomechanismen von entzündlichen Erkrankungen der Hornhaut. „Dass über die Familiengründung unsere beruflichen Interessen aus dem Blick geraten, war für mich und meine Frau nur schwer vorstellbar“, erklärt er. „Wir haben beide mehr als zehn Jahre in unsere Ausbildung investiert, sind gerne und bewusst Eltern. Aber eben auch Ärzte und Forscher.“ Dass Dr. Dr. Hos als praktizierender Arzt und aktiver Vater Zeit für seine Forschungsprojekte findet, verdankt er derzeit seiner Gusyk-Stelle.

Das Dekanat der Medizinischen Fakultät hat 2013 Familienförderstellen für forschende Ärzte mit Familienpflichten in der Weiterbildung eingerichtet. Durch die tage- oder wochenweise Befreiung von Dienstpflichten genießt der Mediziner, der am Zentrum für Augenheilkunde der Uniklinik Köln tätig ist, gebündelt Zeit für die Forschung.

Als Teilprojektleiter der durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsgruppe 2240 untersucht der Wissenschaftler, Jahrgang 1982, in labor- und tierexperimenteller Forschung molekulare Prozesse der Entzündung und Gefäßneubildung an der Hornhaut. Nach Abschluss des Studiums der Humanmedizin sowie der Molekularen Medizin in Erlangen arbeitet er seit 2011 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentrum für Augenheilkunde unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. Claus Cursiefen. Seit 2017 ist er auch Teilprojektleiter am Center for Molecular Medicine (CMMC), 2018 kam eine weitere wissenschaftliche Fragestellung am CMMC dazu, die er – ebenfalls als Teilprojektleiter - vorantreibt. Seine Medizinische Promotion (Dr. med. von 2007 bis 2010) untersucht „Altersbezogene und entzündliche Veränderungen der limbalen Lymphgefäße und ihre Bedeutung für das korneale Transplantatüberleben“. Eine naturwissenschaftliche Promotion (Dr. nat. med. von 2012 bis 2016) im Rahmen des interdisziplinären Promotionsstudiengangs Molekulare Medizin (IPMM) schloss sich an.

„Wir befinden uns in einem Wandel, was Karrierewege anbelangt, auch in der Arbeitswelt Klinik“, bemerkt Dr. Dr. Hos. Die Zeit, in der sich Männer mit dem Wunsch, Familienpflichten aktiv zu übernehmen, ins Karriereaus beförderten, sei Gott sei Dank passé. Zwei weitere Kollegen befänden sich derzeit im Zentrum für Augenheilkunde in der Elternzeit, er selbst habe vier Monate für die Betreuung seines Sohnes ausgesetzt. Der Mediziner bewarb sich im Frühjahr 2017 auf eine Gusyk-Stelle. Die Förderung läuft zwölf Monate. „Wichtig war die Sicherheit, mit der Rotationsstelle auch von der Klinikleitung unterstützt zu werden“, betont er und spricht der Personaloberärztin Dr. Claudia Dahlke für ein ausgeklügeltes Zeitmanagement großes Lob aus. „Ich kann mich hundertprozentig auf die Regelungen verlassen, meine Forschungszeit ist gesetzt und es bleibt genug Zeit für den Klinikalltag und die Familie.“

Seine Frau ist ebenfalls Medizinerin und forscht am CECAD. Seit kurzem geht der Nachwuchs in die Uni-Kita. „Wir sind froh, einen Platz bekommen zu haben“, resümiert Dr. Dr. Hos. Jetzt kann er sich beim Bringen und Abholen des Sohnes mit seiner Frau abwechseln. „Toll ist, dass wir Eltern sind und uns abends auch über Berufliches austauschen können. Das ermöglicht uns eine lebendige Partnerschaft auf Augenhöhe und sorgt für Balance. Für uns als Familie ist die Gusyk-Förderung ein wichtiger Baustein, um Elternschaft und berufliche Ziele unter einen Hut zu bringen", betont der Wissenschaftler. "Weiterhin machen solche Förderinstrumente die Uniklinik Köln auch zu einem attraktiveren Arbeitgeber. Davon profitieren letztendlich alle!“

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